Sukkot-Aufsatz aus dem Wiener Stadttempel
- Objektkategorie
- Inventarnummer
- 1015
- Sammlung
- IKG
- Urheber:in
- C. Simon (Meisterzeichen)
- Herstellungsort, Zeitraum
- Wien , 1870
- Person
- Jenny Glaser Wilhelm Glaser
- Ort
- Österreich-Ungarn
- Verknüpfte Objekte
- Themen
- Sukkot: das Laubhüttenfest Synagogenausstattung, Tempelgerät Etrog
- Bildmotive
- Credit
- JMW, Inv. Nr. 1015
- Fotocredit
- David Peters
- Schlagwörter (Permalinks)

Der Sukkot-Aufsatz ist mit einer Wiener Amtspunze für 13-lötiges Silber ab 1862 versehen. Auf der Vorderseite des Aufsatzes in glatter Kartusche ist die Widmungsinschrift teils auf Hebräisch, teils auf Deutsch eingraviert: ‘Aus Veranlassung der Confirmation - Bar Mitzwa - ihres Sohnes Theodor von Frau Jenny Glaser, 6. Ijar 630.’ Auf der Rückseite des Sukkot-Aufsatzes auf glatter Kartusche ist das Zitat aus Ezechiel 37,17, ‘sodass sie eins werden in deiner Hand’ eingraviert.
Ein identischer Sukkot-Ausatz wurde vom Silberschmied für den Leopoldstädter Tempel geschaffen. Lulaw- und Etrogbehältnis sind in Form eines Baumes mit vollplastischem Blattwerk mit Myrthe und Bachweide und Schalen in Form von Zitrusfrüchten gestaltet. Es handelt sich um ein originäres Beispiel Wiener Silberschmiedkunst, zu dem keine Vorbilder bekannt sind.
Frau Jenny Glaser geb. Teitelbaum unterhielt ab den 1860er-Jahren einen der bekanntesten Salons in Wien, wo Theodor Billroth, der Bildhauer Viktor Tilgner, der Maler Franz Makart, Franz Liszt sowie die Politiker Julius Graf Andrássy und Anton Ritter von Schmerling verkehrten. Sie war mit Wilhelm Glaser, Verwaltungsrat der ersten ungarisch-galizischen Karpatenbahn und Bureauchef der Creditanstalt für Handel und Gewerbe verheiratet. Jenny Glaser finanzierte auch zahlreiche Wohltätigkeitseinrichtungen. Ihr Sohn Theodor ließ sich später taufen.
Restauriert durch die FREUNDE des JMW, 2016.