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Megillat Ester

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Objektkategorie
Inventarnummer
1700
Sammlung
IKG
Bestand
Erstes Jüdisches Museum
Herstellungsort, Zeitraum
Amsterdam , 18. Jh.
Ort
Italien
Verknüpfte Objekte
Themen
Ester-Rolle Purim Stich (Kunst)
Bildmotive
  • 12A637 Purim(fest), Losfest
  • 71Q34 Esther informiert Ahasver
  • 71Q73 Mordechais Triumph: Mordechai, der auf dem Pferd des Königs sitzt, wird von Haman durch die Stadt geführt (Esther und Ahasver s.
  • 48AA9831 Ornamente in Form von Laubwerk, Ranken, Zweigen
  • 48C161 Säule
Credit
JMW, Inv. Nr. 1700
Fotocredit
David Peters

Aufgrund der Beschaffenheit handelt es sich vermutlich um ein Objekt aus dem Bestand des ersten Jüdischen Museums. Demnach wurde die Megillat Ester dem ersten Jüdischen Museum über Vermittlung von Kustos Jakob Bronner von Salomone Baquis, Präsdent der israelitischen Kultusgemeinde in Pisa, geschenkt. Der Eintrag im Inventarbuch lautet: ‘Megillah Esther (Duplicat) u. dazugehörige / Segenssprüche. Hebräische Handschrift auf Pergament / Italien / Arbeit aus der ersten Hälfte d. 18. Jh. vielleicht / Ende d. 17. Jh. Reich illustriert: je zwei Textspalten / sind durch ein stilisiertes Ornament voneinander getrennt / oben u. unten Illustrationen zum Text: das / Festmahl d. Königs u. der / Königin, etc. / Hülle fehlt. Der obere Teil der Holzspule ist zerbrochen.’

Die Megilla geht auf einen weit verbreiteten Amsterdamer Prototyp von 1701 zurück, von dem sie sich jedoch in einigen Details unterscheidet. Oberhalb der Textabschnitte befinden sich von Akanthusblättern umrankte Medaillons mit den Abbildungen der einzelnen Protagonisten der Ester-Geschichte. Am unteren Rand weitere Illustrationen zur Ester-Geschichte sowie unterhalb der Säulen Darstellungen von Landschaften, Schlössern, Schiffen etc. Der zeitgenössischen Mode entsprechend sind die jüdischen Männer im Festgewand mit Barett und weißem ‘Judenkragen’ dargestellt. Auch die Schlösser und die barock gestalteten Gartenanlagen weisen auf die Entstehungszeit hin.

Über die Person Jakob Bronner
Jakob Zwi Bronner (1885-1958) wurde am 2. November 1885 als Sohn von Adolf Abraham Bronner und Malka Amalia Bronner in Zywiec in Schlesien geboren. Er absolvierte das Jüdische Theologische Seminar in Breslau und verbrachte einige Zeit in Jerusalem. bevor er endgültig nach Wien übersiedelte, wo er als Religionslehrer am Wasa Gymnasium unterrichtete. 1916 übernahm er von seinem Bruder Maurice Bronner die Stelle des Kustos am Jüdischen Museum in Wien. Unter seiner Leitung wuchs die Sammlung des Museum durch Ankäufe und Schenkungen stetig an. Unter anderen schenkte er dem Museum zahlreiche Objekte und Schriften, die er in Jerusalem erworben hatte. Während seiner Tätigkeit im Museum setzte sich Jakob Bronner intensiv mit jüdischem Kunsthandwerk auseinander und publizierte wissenschaftliche Artikel in den Zeitschriften 'Menorah' und 'Das Zelt'. Als das Jüdische Museum 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen und die Sammlungen konfisziert wurden, musste er eine Inventarliste der Bestände anfertigen.

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