Kiddusch-Becher
- Objektkategorie
- Inventarnummer
- 7760
- Sammlung
- Max und Trude Berger
- Herstellungsort, Zeitraum
- Osteuropa , 1840-1860
- Themen
- Kiddusch-Becher Kiddusch Chassidismus hebräische Schrift
- Bildmotive
- Credit
- JMW, Inv. Nr. 7760
- Fotocredit
- Sebastian Gansrigler
- Schlagwörter (Permalinks)

Bei diesem Objekt handelt es sich um einen sogenannten Schemirot-Becher. Die Kuppa hat die Form eines Dreiviertel-Ei. Dieses ist ein im Talmud festgelegtes Maß, um beim Kiddusch die entsprechende, vorgeschriebene Menge Wein zu trinken. Die Kidduschbecher sollen den Inhalt von 2 x 3/4 Ei, d. h. ein Viertel Log enthalten (Wasserverdrängung eineinhalbmal soviel wie die Masse eines Eies) und ganz gefüllt sein (b Berachot 51a).
Auf der Wandung im Wappenschild ist die hebräische Inschrift eingraviert: ‘Dieser Becher ist aus Schemirotmünzen gemacht’. Die Schemira war eine von einem Zaddik, d. h. einem frommen osteuropäischen Juden, der auf Grund seiner charismatischen Persönlichkeit als chassidischer Führer angesehen wurde, gesegnete Silbermünze, die an des Zaddiks Anhänger als Schutz vor Unheil und zur Sicherung der Gesundheit sowie des Wohlstands gegeben wurde. Diese eingeschmolzenen Münzen wurden zu Bechern in Form eines Dreiviertel-Ei geformt. Dieser Brauch war vor allem unter den Chassidim der Friedmann-Dynastie, der Nachfolger des Ruzhyner Rebben, weit verbreitet.