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Kiddusch-Becher

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Objektkategorie
Inventarnummer
7760
Sammlung
Max und Trude Berger
Herstellungsort, Zeitraum
Osteuropa , 1840-1860
Themen
Kiddusch-Becher Kiddusch Chassidismus hebräische Schrift
Bildmotive
  • 48A981 Ornament aus geometrischen Motiven
  • 48AA9834 Ornamente in Form nicht zu identifizierender pflanzlicher Formen
  • 46A122 Wappenschild
  • 49L141 hebräische Schrift
Credit
JMW, Inv. Nr. 7760
Fotocredit
Sebastian Gansrigler

Bei diesem Objekt handelt es sich um einen sogenannten Schemirot-Becher. Die Kuppa hat die Form eines Dreiviertel-Ei. Dieses ist ein im Talmud festgelegtes Maß, um beim Kiddusch die entsprechende, vorgeschriebene Menge Wein zu trinken. Die Kidduschbecher sollen den Inhalt von 2 x 3/4 Ei, d. h. ein Viertel Log enthalten (Wasserverdrängung eineinhalbmal soviel wie die Masse eines Eies) und ganz gefüllt sein (b Berachot 51a).

Auf der Wandung im Wappenschild ist die hebräische Inschrift eingraviert: ‘Dieser Becher ist aus Schemirotmünzen gemacht’. Die Schemira war eine von einem Zaddik, d. h. einem frommen osteuropäischen Juden, der auf Grund seiner charismatischen Persönlichkeit als chassidischer Führer angesehen wurde, gesegnete Silbermünze, die an des Zaddiks Anhänger als Schutz vor Unheil und zur Sicherung der Gesundheit sowie des Wohlstands gegeben wurde. Diese eingeschmolzenen Münzen wurden zu Bechern in Form eines Dreiviertel-Ei geformt. Dieser Brauch war vor allem unter den Chassidim der Friedmann-Dynastie, der Nachfolger des Ruzhyner Rebben, weit verbreitet.

Über die Person Max und Trude Berger
1924 in Nowy Sacz geboren, überlebte Max Berger als einziger seiner Familie den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er als 'Displaced Person' nach Wien. Er war Mitbegründer der Möbelfirma Cirobe und baute sich damit eine beachtliche Laufbahn als Geschäftsmann auf. Gemeinsam mit seiner Frau Trude wohnte er in einer Wohnung am Schottenring, in der internationale wie Wiener Persönlichkeiten häufig zu Gast waren. In dieser Wohnung war auch sein 'Museum' untergebracht: Seine Judaica-Sammlung, die er ab den späten 1950er-Jahren aufgebaut hatte - in Erinnerung an 'meinen Vater Roman, meine Mutter Anastasia, meine Schwester Lace und meine Brüder Salomon und Jehoschua, die in Auschwitz und Treblinka ums Leben kamen'. Die Sammlung Berger setzt sich zusammen aus Wiener und osteuropäischen jüdischen Kultgegenständen und aus Werken bildender Kunst jüdischer Künstler. Nach dem Tod Max Bergers 1988 wurde die Sammlung für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien angekauft. Mit dem Tod Trude Bergers 2010 erhielt das Museum mit dem 'Legat Berger' noch zahlreiche weitere Objekte.

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