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Gedenkmedaille anlässlich der Verleihung der Realbesitzfähigkeit für Juden von Kaiser Franz Joseph I.

Favorit
Objektkategorie
Inventarnummer
8055
Sammlung
Max und Trude Berger
Urheber:in
Ch. Krauss (Herausgeber) Med. Desaide Roqulay Wenzel Seidan
Herstellungsort, Zeitraum
Wien , 1860
Ort
Habsburgermonarchie
Themen
Medaille Gesetzestafeln hebräische Schrift
Bildmotive
Credit
JMW, Inv. Nr. 8055
Fotocredit
David Peters

Gedenkmedaille auf die von Kaiser Franz Joseph I. am 18. Februar 1860 erlassenen Verordnungen über die den Israeliten im ganzen österreichischen Kaiserstaate gewährte Realbesitzfähigkeit.

Av.: In der Mitte ein Brustbild von Franz Joseph I., darunter der Doppeladler und darüber die Gebotstafeln mit hebräischer Schrift, links davon die symbolische Figur der Austria, in der Rechten ein Papier mit hebräischer Schrift, links zu ihren Füßen ein Füllhorn, rechts ein Knabe mit Lendenschurz, in der rechten Hand einen Lorbeerkranz und in der linken einen frischen Palmzweig. Darüber in Halbrund Schrift: ‘DIE ISRAELITEN DEINES GANZEN REICHS, SIE BAUEN EINEN ALTAR IN IHREM HERZEN, / EIN EWIGES DENKMAL IHRER DANKBARKEIT’. Darunter Schrift: ‘ZUR ERINNERUNG AN DIE DURCH SEINE MAJESTÄT / DEN KAISER FRANZ JOSEPH I. / DEN ISRAELITEN IM GANZEN ÖSTERREICHISCHEN KAISERSTAATE GEWAEHRTE REALBESITZFÄHIGKEIT. / MDCCCLX’.

Rev.: Schrift mit wörtlichem Zitat der beiden kaiserlichen Verordnungen von Wien am 18.2.1860. Signiert links unten. ‘PR. SEIDAN. DEL. (Vienne)’, rechts unten ‘CH. KRAUS EDIT.’, mit Umschrift: ‘DIE ZWEITE HÄLFTE DES XIX JAHRHUNDERTS IST FÜR ÖSTERREICHS VÖLKER DAS DER CIVILISATION, HUMANITÄT UND DER FREIEN INDUSTRIELLEN ENTWICKLUNG’.

Über die Person Max und Trude Berger
1924 in Nowy Sacz geboren, überlebte Max Berger als einziger seiner Familie den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er als 'Displaced Person' nach Wien. Er war Mitbegründer der Möbelfirma Cirobe und baute sich damit eine beachtliche Laufbahn als Geschäftsmann auf. Gemeinsam mit seiner Frau Trude wohnte er in einer Wohnung am Schottenring, in der internationale wie Wiener Persönlichkeiten häufig zu Gast waren. In dieser Wohnung war auch sein 'Museum' untergebracht: Seine Judaica-Sammlung, die er ab den späten 1950er-Jahren aufgebaut hatte - in Erinnerung an 'meinen Vater Roman, meine Mutter Anastasia, meine Schwester Lace und meine Brüder Salomon und Jehoschua, die in Auschwitz und Treblinka ums Leben kamen'. Die Sammlung Berger setzt sich zusammen aus Wiener und osteuropäischen jüdischen Kultgegenständen und aus Werken bildender Kunst jüdischer Künstler. Nach dem Tod Max Bergers 1988 wurde die Sammlung für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien angekauft. Mit dem Tod Trude Bergers 2010 erhielt das Museum mit dem 'Legat Berger' noch zahlreiche weitere Objekte.

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