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Sogenannter ‘Reise-Besamim’ aus Galizien

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Objektkategorie
Inventarnummer
12293
Sammlung
Max und Trude Berger
Herstellungsort, Zeitraum
Galizien , 19. Jh.
Themen
Besamim-Büchse Schabbat Hawdala Vogel
Bildmotive
Credit
JMW, Inv. Nr. 12293
Fotocredit
David Peters
Klassischer Typus eines Besamim in Birnenform, die sich im jüdischen Kontext aus den Bisamäpfeln der Renaissance für medizinische Zwecke und Kunstkammer-Riechgefäßen entwickelten. So geht die Birnenform auf Gefäße aus der süddeutschen Spätgotik zurück und wurde von dort auch nach Siebenbürgen übertragen. Die Tiersymbolik spricht für eine galizische Herkunft. Solche Stücke sind in osteuropäischen Sammlungen weit verbreitet und werden als ‘Reise-Besamim’ gehandelt.
Über die Person Max und Trude Berger
1924 in Nowy Sacz geboren, überlebte Max Berger als einziger seiner Familie den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er als 'Displaced Person' nach Wien. Er war Mitbegründer der Möbelfirma Cirobe und baute sich damit eine beachtliche Laufbahn als Geschäftsmann auf. Gemeinsam mit seiner Frau Trude wohnte er in einer Wohnung am Schottenring, in der internationale wie Wiener Persönlichkeiten häufig zu Gast waren. In dieser Wohnung war auch sein 'Museum' untergebracht: Seine Judaica-Sammlung, die er ab den späten 1950er-Jahren aufgebaut hatte - in Erinnerung an 'meinen Vater Roman, meine Mutter Anastasia, meine Schwester Lace und meine Brüder Salomon und Jehoschua, die in Auschwitz und Treblinka ums Leben kamen'. Die Sammlung Berger setzt sich zusammen aus Wiener und osteuropäischen jüdischen Kultgegenständen und aus Werken bildender Kunst jüdischer Künstler. Nach dem Tod Max Bergers 1988 wurde die Sammlung für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien angekauft. Mit dem Tod Trude Bergers 2010 erhielt das Museum mit dem 'Legat Berger' noch zahlreiche weitere Objekte.

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