Besamim-Behältnis in Form eines Fisches
- Objektkategorie
- Inventarnummer
- 19983
- Sammlung
- Max und Trude Berger
- Urheber:in
- LN (Meisterzeichen in rechteckiger Kartusche)
- Herstellungsort, Zeitraum
- Polen , um 1930
- Ort
- Österreich-Ungarn
- Themen
- Besamim-Büchse Hawdala Schabbat
- Bildmotive
- 25F6 Fische
- Credit
- JMW, Inv. Nr. 19983
- Fotocredit
- Sebastian Gansrigler
- Schlagwörter (Permalinks)

Dieses Gewürzbehältnis für die Hawdala-Zeremonie zum Ende des Schabbat zeigt die bliebte Form eines Fisches. Diese Art von Besamim-Büchsen sind recht häufig, auch wenn ihre Verwendung im jüdischen Kontext eventuell übernommen wurde, da die Stücke teilweise als Behältnisse für Nadeln und andere kleine Preziosen dienten. In diesem konkreten Fall finden sich jedoch alte Gewürznelken im Bauch des Fisches, somit ist seine Verwendung als Besamim-Büchse gesichert. Der Fisch hat im Judentum auch eine tragende Bedeutung und findet sich auch etwa auf Amuletten im Orient: Er gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und als Schutz gegen den Bösen Blick.
Über die Person Max und Trude Berger
1924 in Nowy Sacz geboren, überlebte Max Berger als einziger seiner Familie den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er als 'Displaced Person' nach Wien. Er war Mitbegründer der Möbelfirma Cirobe und baute sich damit eine beachtliche Laufbahn als Geschäftsmann auf. Gemeinsam mit seiner Frau Trude wohnte er in einer Wohnung am Schottenring, in der internationale wie Wiener Persönlichkeiten häufig zu Gast waren. In dieser Wohnung war auch sein 'Museum' untergebracht: Seine Judaica-Sammlung, die er ab den späten 1950er-Jahren aufgebaut hatte - in Erinnerung an 'meinen Vater Roman, meine Mutter Anastasia, meine Schwester Lace und meine Brüder Salomon und Jehoschua, die in Auschwitz und Treblinka ums Leben kamen'.
Die Sammlung Berger setzt sich zusammen aus Wiener und osteuropäischen jüdischen Kultgegenständen und aus Werken bildender Kunst jüdischer Künstler. Nach dem Tod Max Bergers 1988 wurde die Sammlung für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien angekauft. Mit dem Tod Trude Bergers 2010 erhielt das Museum mit dem 'Legat Berger' noch zahlreiche weitere Objekte.