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Italienisches Geburtsamulett mit Pergamentstück, sogenanntes ‘Schaddai’

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Objektkategorie
Inventarnummer
20319
Sammlung
Max und Trude Berger
Herstellungsort, Zeitraum
Italien , um 1800
Themen
Amulett Gottesname Geburt Gesetzestafeln Tempelkult hebräische Schrift
Bildmotive
Credit
JMW, Inv. Nr. 20319
Fotocredit
David Peters
Klassisches italienisches Geburtsamulettbehältnis, das seine Bezeichnung durch den hebräischen Gottesnamen Schaddai in einer Herzform auf dem Stück erhält. Nur wenige davon haben Silberpunzen, zumeist verweisen sie auf Norditalien, konkreter Venedig. Die Form des Behältnisses geht auf katholische Ex-Voto-Amulette (Votivgaben) sowie auf Anhänger der Renaissance zurück, die als Verlobungs- oder Hochzeitsgeschenke dienten. Dabei waren die Symbole auf dem Silber gespiegelt, im jüdischen Kontext wurden sie durch Miniaturversionen etwa der Tempelimplemente ersetzt. Das eigentliche Amulett ist jedoch das Pergamentstück in dem Behältnis, das in Italien zumeist eine Mikrografie des Schma Israel enthält - so auch in diesem Fall. Nur sehr wenige Amulette mit dem Pergament intakt sind erhalten geblieben. Diese Amulettbehältnisse wurden von einer jüdischen Oberschicht über die Wiege des Neugeborenen gehängt.
Über die Person Max und Trude Berger
1924 in Nowy Sacz geboren, überlebte Max Berger als einziger seiner Familie den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er als 'Displaced Person' nach Wien. Er war Mitbegründer der Möbelfirma Cirobe und baute sich damit eine beachtliche Laufbahn als Geschäftsmann auf. Gemeinsam mit seiner Frau Trude wohnte er in einer Wohnung am Schottenring, in der internationale wie Wiener Persönlichkeiten häufig zu Gast waren. In dieser Wohnung war auch sein 'Museum' untergebracht: Seine Judaica-Sammlung, die er ab den späten 1950er-Jahren aufgebaut hatte - in Erinnerung an 'meinen Vater Roman, meine Mutter Anastasia, meine Schwester Lace und meine Brüder Salomon und Jehoschua, die in Auschwitz und Treblinka ums Leben kamen'. Die Sammlung Berger setzt sich zusammen aus Wiener und osteuropäischen jüdischen Kultgegenständen und aus Werken bildender Kunst jüdischer Künstler. Nach dem Tod Max Bergers 1988 wurde die Sammlung für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien angekauft. Mit dem Tod Trude Bergers 2010 erhielt das Museum mit dem 'Legat Berger' noch zahlreiche weitere Objekte.

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